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20080212 Tuesday February 12, 2008

Ein Barcamp in Jena ?

Letztes Wochenende fand das Barcamp Mitteldeutschland in Jena statt. Die Räume befanden sich ganz oben in der 27. Etage des JenTowers. ( Bis vor kurzem dachte ich noch, der Turm heißt noch Intershop - Turm ) Von ganz oben hat man einen schönen Blick auf die Skyline von Jena. Die Organisatoren fanden Sponsoren nicht nur für die Räumlichkeiten, sondern auch für jegliche Art von Getränken. Außer Mineralwasser und Säfte, gab es auch eine Vielzahl von Kaffeesorten. Eine davon war Java, dessen Geschmack nicht so mein Fall war, aber probieren wollte ich mal diese berühmte Kaffeesorte. Ein Witzbold konnte es nicht lassen, hinter dem Wort "Java" den Zusatz "enthält kein J2EE" hinzuzufügen ( hier das Beweisfoto ). Das schien ein Kerlchen gewesen zu sein, was offensichtlich nicht auf dem neuesten technischen Stand ist. Und das auf ein Barcamp Au weia !

Nach der auf Barcamps üblichen Vorstellungsrunde war Zeit für meine erste Session, die das Thema "Herausforderung User Generated Content - Chance oder Risiko" hatte. Rechtsanwalt Dr. Carsten Ulbricht gab Auskunft, welche Haftungsrisiken, Abmahnmöglichkeiten und wie User Generated Content verwertet werden kann. So kam zur Sprache, dass eine Klage beim Hamburger OLG eher ungünstig sei, weil dieses Gericht meistens zu ungunsten des Abgemahntens entscheidet. Auch wurde darauf hingewiesen, dass manche Videoplattformen in ihren AGB's festlegen, dass eine weitere Verwertung der hochgeladenen Videos unentgeltlich erfolgen kann.

Eine SEO ( Search Engine Optimization ) - Session folgte dann als nächstes. Hier konnte man fragen, was zu tun ist, um bei den Suchmaschinen weit oben zu stehen. Also zum Beispiel den CSS - Code nach unten zu verlagern, denn Google gewichtet den Anfang der Seite höher als das Ende der Webseite.

Danach ging es um eine Web 2.0 Collabration Software. Im Anschluss gab es eine Diskussion über die Vorteile von Verschlagwortung ( Tagging ) von Wiki-Beiträgen. So zum Beispiel hat der Begriff "Bank" zwei unterschiediche Bedeutungen. Die Frage ist: Wer in einem Unternehmen legt fest, wann welche Bedeutung zu verwenden ist. Es wurde auch festgestellt, daß das Allerheilmittel für die richtige Verschlagwortung noch nicht gefunden wurden ist. Das Thema der Verschlagwortung wird seit 20 Jahren erforscht, aber trotzdem ist es noch nicht gelungen, ein passendes technisches Werkzeug zu entwickeln, welches mit den mehreren Bedeutungen der Wörter zurechtkommt.

Am Abend war ich in einer Session, wo die Firma "Simprove" ihre webbasierte Projektmanagement - Software vorstellte. Zugleich wurde aufgezeigt, welche Fehler in vielen Projekten gemacht werden. So ist es ratsam sein E-Mail-Programm so einzustellen, daß es nicht jede Minute nach neuer Mail nachschaut. Man braucht 15 - Minuten, um sich intensiv auf eine Sache konzentrieren zu können. Wird der eigene Arbeitsprozess dann durch das Eintreffen einer neuen Mail unterbrochen, braucht man erneut 15 - Minuten um sich wieder hinein zu finden. In diesem Zusammenhang wurden die Bücher "Peopleware: Productive Projects and Teams" von Tom DeMarco und Timothy Lister bzw. "The 4-Hour Workweek" genannt, die eine neue Blickweise auf unseren alltäglichen Umgang mit den neuen Errungenschaften der vernetzten Welt offenbaren. Auf die Frage "Wie erkläre ich das den Kunden, dass ich seine Mails nur zweimal am Tag lese." konnte keiner der anwesenden eine richtige Antwort geben.

Posted by beaver ( Feb 12 2008, 08:11:35 PM CET ) Permalink

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